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Im regenerativen Energiemix der Gemeinde Wolpertshausen spielt die Biogasproduktion seit Anfang an eine große Rolle.
Im Mutterort Wolpertshausen ist seit knapp 8 Jahren eine der größten Biogasanlagen der Region in Betrieb, die jährlich rund 1,5 Millionen Kilowattstunden Strom erzeugt.
Ihr Planer und Konstrukteur Gottfried Gronbach ist einer der Biogaspioniere Deutschlands. Der 48jährige Diplomingenieur aus Wolpertshausen beschäftigte sich bereits 1982 in seiner Diplomarbeit mit dem Thema Biogas.
Am Beispiel Wolpertshausen zeigte er auf, wie mit dem Mist und der Gülle der Bauern im Ort eine Biogasanlage gespeist und in Verbindung mit einem Blockheizkraftwerk die Ortschaft mit Strom und die Wohnhäuser mit Nahwärme versorgt werden können. Mit Unterstützung von Bürgermeister Silberzahn gelang es ihm, diese Idee dann in den 90er Jahren umzusetzen.
In der 1996 fertigegstellten Biogasanlage werden jährlich 2500 Tonnen Gülle und 2500 Tonnen Speisereste verarbeitet.
Das angeschlossene Blockheizkraftwerk speist nicht nur Strom ins Netz ein, mit der Abwärme werden zehn Gewerbebetriebe und acht Wohngebäude im Ökopark Wolpertshausen beheizt.
Drei Landwirte aus Wolpertshausen und Haßfelden liefern die Gülle. Die anfänglichen Geruchsprobleme sind nach den Modernisierungsmaßnahmen auf ein Minimum reduziert worden. Die Wolpertshausener Anlage ist Anlaufstation für Biogasplaner aus aller Welt, die sich dort Anregungen holen.

Dem laufenden Trend vom Landwirt zum Energiewirt ist Demeterbauer Wilfried Blanc aus Haßfelden um Jahre voraus.
Seit über 12 Jahren läuft seine Biogasanlage, die als 36. im Bundesgebiet, zu den Pionier- anlagen zählt.
Der Biobauer betreibt inzwischen noch eine Fotovoltaikanlage auf seinem Scheunendach mit 44 KW Spitzenleistung.
Wilfried Blanc entschloss sich Ende der 80erJahre zum Bau einer Biogasanlage, obwohl es noch keine ausgereifte Technik gab,: "Als Biobetrieb wollte ich nicht mit Atomstrom melken und arbeiten". Gebaut hat Blanc die Anlage in Eigenregie mit Tüftlern wie Gerd Beck, Ingenieur Schneider und Ratschlägen von Gottfried Gronbach.
Die Blancsche Anlage produziert mit einem umgebauten Iveco-Dieselmotor 260 Kilowattstunden Strom am Tag, das entspricht einem täglichen Strombedarf von 26 Durchschnittsfamilien. Ein Teil des Stroms ist für den Eigengebrauch bestimmt, der Rest wird in das Stromnetz eingespeist. Die Abwärme wird ganzjährig betriebsintern verwendet. Täglich "füttert" der Biobauer die Anlage mit 5 Kubikmeter Mist und Gülle, je nach Mistkonsistenz kommen noch 3 bis 5 Kubikmeter Wasser hinzu. 20 verschiedenen Bakterienstämme fermentieren diese Masse zu Methangas. Das zurückbleibende Substrat ist ein hochwertiger Dünger, der nicht ätzend ist.
In Planung mit dem energieZENTRUM Wolpertshausen will Wilfried Blanc nächstes Jahr eine Pflanzenölpresse errichten, in der kaltgepresstes Öl gewonnen wird. Je nach der Zahl der Interessenten, die ihr Fahrzeug mit Pflanzenöl fahren wollen, richtet sich die Größe der Ölpresse.
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Wolpertshausen
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