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Wenn Grundschulkinder (nicht) ackern

Artikel vom 26.05.2020

Wolpertshausen hält mit dem Verein GemüseAckerdemie das Projekt Grünes Klassenzimmer trotz Corona am Laufen

Was wächst denn da? Im Grünen Klassenzimmer am Regionalmarkt Hohenlohe der Bäuerlichen Erzeugergemeinschaft Schwäbisch Hall (BESH) in Wolpertshausen sprießen erste zarte Pflänzchen aus der Erde. „Heute steht die Eisheiligen-Nachpflanzung an“, sagt Monika Fitzlaff, die mit der Hacke dem trockenen Boden zu Leibe rückt. Da biegen auch schon Juliane Kästner und ihren Helferinnen Hannah Zitzmann und Sarah Egeler mit Gurken-, Tomaten-, Mais-, Zucchinipflanzen und anderem mehr um die Ecke. Die drei Frauen unterstützen im Auftrag des Vereins GemüseAckerdemie das Projekt der Grundschule Wolpertshausen, des Fördervereins Grundschule Wolpertshausen und der Bäuerlichen Erzeugergemeinschaft Schwäbisch Hall (BESH).


Tatsache ist: Kinder haben immer weniger Kontakt und Bezug zur Natur, sowohl zu Hause als auch in Kitas und Schulen. Nur wenige Kinder wissen, wo ihre Lebensmittel herkommen oder haben schon einmal selbst Gemüse angebaut. In Deutschland werden über 30 Prozent der Lebensmittel weggeworfen. Übergewicht und Diabetes nehmen bei Kindern kontinuierlich zu. Probleme, die bereits im Jahr 2007 die Wolpertshausener Grundschulrektorin Brigitte Gronbach und Rudolf Bühler von der BESH zur Gründung des Grünen Klassenzimmers bewogen haben. In den Jahren haben die Beteiligten viel Erfahrung gewonnen, der Verein GemüseAckerdemie unterstützt die Lehrkräfte nun zudem mit didaktischem Material.


Und was passiert eigentlich im Grünen Klassenzimmer der GemüseAckerdemie? Gemeinsam bauen die Kinder ihr eigenes Gemüse an, beackern den Boden, pflegen und ernten das Gemüse. Sie erleben den natürlichen Kreislauf eines Ackerjahres mit allen Sinnen. Der Corona-Einschränkungen wegen sind derzeit die Möglichkeiten eingeschränkt, die Kinder einzubinden. Die Pläne der Rektorin und des Mohrenköpfle-Chefkochs Maximilian Korschinksy, das Geerntete gemeinsam mit den Kindern zu verkochen, müssen vorerst aufs Eis gelegt werden. Vielleicht lässt sich der angepeilte Gemüseverkauf direkt vom Acker durch die Kinder realisieren.


Mit kleinen Filmen und Fotos hält Rektorin Gronbach daher ihre 80 Grundschulkinder über das Programm Microsoft Teams auf dem Laufenden, was sich auf dem Acker tut. Die Digitalisierung ist für die Pädagogin Segen und Fluch zugleich: „Wir haben es vom ersten Tag nach der Schulschließung an geschafft, alle Kinder online zu erreichen“, sagt die Rektorin nicht ohne Stolz und setzt hinzu: „Zugleich bildet das Projekt für die Kinder einen wichtigen Gegenpol zum Computer.“


Die GemüseAckerdemie-Frauen sind derweil im Mulchbeet schon mit dem Pflanzen beschäftigt. Der Grasschnitt, der in Linien gehäufelt wurde, hat die darunter liegende Erde feucht gehalten. „Hier kommt eine Reihe Mais, dann eine Reihe Gurken und dann wieder Mais rein“, erklärt Juliane Kästner. Was wurde wo gesät? Wie oft soll gegossen werden? Die Frauen besprechen das Programm für die nächsten Wochen. Vor den Sommerferien wird das Team der GemüseAckerdemie wieder für Nachsaaten der Herbstkulturen anreisen. Rektorin Gronbach hofft, dass ihre Grundschulkinder bis dahin wenigstens immer wieder für Stunden in der Erde buddeln dürfen: „Das Graben macht allen viel Spaß!“

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